Blühende Landschaften für Schmetterlinge in der Slowakei und in Österreich

Hintergrund des Projekts

Der Biodiversitätsverlust gilt neben dem Klimawandel als die gegenwärtig kritischste globale Umweltbedrohung: der Rückgang der Artenvielfalt von Flora und Fauna ist drastisch. Im Projekt Blühlinge werden Schmetterlinge (Tagfalter) als Indikatoren für diesen Verlust in Österreich und der Slowakei herangezogen. In Europa gelten 19 Prozent aller Tagfalter als gefährdet. In Erhebungen der Europäischen Umweltagentur in 19 Ländern (1990-2011) wurde ein signifikanter Rückgang der Schmetterlingspopulationen verzeichnet. 51,6 Prozent aller Tagfalter in Österreich werden aktuell als gefährdet eingestuft. In der Slowakei stehen 111 Schmetterlingsarten auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Ziel des Projekts ist es folglich, Artenverlust einzudämmen.

Projektinhalt

Zentrales Anliegen des Projekts ist die Bewussteinsbildung der ansässigen Bevölkerung für die Bedeutung von Biodiversität, mit Fokus auf das Leitinsekt Schmetterling. Dementsprechend liegt ein klarer Schwerpunkt auf der Wissensvermittlung. Hierzu zählt beispielsweise die schmetterlingsfreundliche Gestaltung von Gärten, geeignete Mähtechniken oder insektenfreundliche Beleuchtungen. Als konkrete, sichtbare Maßnahmen werden biodiversitätsfördernde Blühflächen angelegt. So wird beispielsweise am Wiener Nordbahnhof-Areal einer von fünf großen interaktiven Knotenpunkten errichtet werden. Diese Knotenpunkte sind Erlebniswege, die über Schautafeln Wissen zu Biodiversität und zum Leitinsekt Schmetterling vermitteln. Gleichzeitig sollen sie selbst zu Oasen für Schmetterlinge und Insekten werden. Als kleinere Maßnahme werden zur Erhöhung der Stabilität von Schmetterlingspopulationen zudem Überbrückungselemente errichtet: 16 so genannte Trittsteine werden auf Freiflächen in Städten und Gemeinden installiert, weitere 200 in Privatgärten. Auch die Renaturierung wertvoller Landschaften ist im Blickpunkt (NATURA 2000 Gebiete). Eine Schmetterlings-App wird im Projekt weiter entwickelt und soll für Ansässige ebenso hilfreich und informativ sein wie für TouristInnen oder WissenschafterInnen. Begleitend wird ein gemeinsames Konzept zur Bewusstseinsbildung für Workshops in Schulen und Gemeinden entwickelt. Durch diese koordinierten Maßnahmen und durch grenzüberschreitenden Wissensaustausch soll die biologische Vielfalt im österreichisch-slowakischen Grenzraum erhalten bzw. gestärkt werden.

Highlights

Im Rahmen des Projekts wurde der erste Schmetterlingsweg in Niederösterreich in Langenzersdorf, am Bisamberg eröffnet. Der eigens angelegte Weg samt Lehrpfad führt durch Wiesen und Wälder und bietet anhand von Schautafeln nützliche Informationen zur heimischen Fauna und Flora. Hier ein Video zum Schmetterlingsweg


Eckdaten zum Projekt

Laufzeit

11/2017-12/2020

Förderprogramm

Interreg V-A Slowakei-Österreich 2014-2020

Projektbeteiligte

Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 (LP) (AT)

Regionaler Naturschutzbund Bratislava (SK)

Projektbudget der Wiener Organisationen

€ 793.500 davon € 674.500 EFRE

Weitere Links zum Projekt

Projektwebsite