A bis E ...

von Abschlussbericht bis ESI-Fonds

Abschlussbericht

Spätestens drei Monate nach dem Ende des Realisierungszeitraums eines Projekts ist vom Lead-Partner ein Abschlussbericht über die Projektumsetzung an das Gemeinsame Sekretariat zu übermitteln. Der Abschlussbericht enthält die Bewertung des gesamten Projekts und zudem Angaben zur Nachhaltigkeit der durchgeführten Maßnahmen.

 

Abschreibung - AfA

Die Abschreibung ist die Minderung des Buchwerts eines vom Begünstigten zu einem früheren Zeitpunkt erworbenen Vermögengegenstands aufgrund des Wertverlusts.

 

Additionalität

Das Prinzip der Additionalität besagt, dass Finanzmittel der Strukturfonds nur unter der Voraussetzung bereitgestellt werden, dass hierdurch keine öffentlichen Strukturausgaben eines Staates ersetzt werden.

 

Akronym - Kurztitel des Projekts

Der Kurztitel des Projekts ist z. B. eine aus den Anfangsbuchstaben oder aus neu zusammengesetzten Wortbestandteilen des Projekttitels gebildete Abkürzung. Den Partnern eines Projekts steht es frei, für ihr Projekt jenen Kurztitel zu wählen, der sowohl im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als auch bei der Kommunikation unter den Partnern eine Identifikation mit dem Projekt bewirkt. 

 

Antrag und Antragstellung

Der Förderantrag umfasst das zweisprachige Antragsformular mit allen zugehörigen Anlagen und enthält Angaben, die für die eingehende Analyse der Förderfähigkeit und der Eignung des Projekts einen Betrag zur Erreichung der Programmziele leisten zu können, erforderlich sind. Der Förderantrag ist vom Lead-Partner gemeinsam mit den Partnern des Projekts zu erstellen. Das Antragsformular ist online mithilfe des jeweiligen eMonitoring-Systems (eMS) bzw. in Papierform beim Gemeinsamen Sekretariat (SK-Programm bei der Verwaltungsbehörde) einzureichen.

 

Auftragsvergabe

Bei Aufträgen an externe Dienstleister sind öffentliche Vergaberegeln einschließlich der europäischen Gesetzgebung zur öffentlichen Auftragsvergabe, die Regeln des Programms sowie einschlägige nationale Vorschriften zu beachten. Für private Projektträger gelten ev. abhängig vom Programm andere Vorschriften. Angebote für Aufträge müssen in einem objektiven, fairen, offenen und wettbewerbsorientierten Auswahlprozess bewertet werden. Bei Vergaben über einen bestimmten Schwellenwert muss die Ausschreibung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden. Siehe hierzu auch z.B.:  die Website der WKO.

 

Ausrüstungskosten

Das sind jene Ausgaben, die für die Finanzierung des Kaufs, der Anmietung oder des Leasings von Ausrüstung durch den Projektträger mit Ausnahme der Kostenkategorie „Büro- und Verwaltungsausgaben" zur Durchführung des Projektes notwendig sind. Ausrüstungskosten sind (gem. Art. 7 der delegierten VO (EU) 481/2014):

a) Büroausrüstung;

b) IT-Hard- und Software;

c) Mobiliar;

d) Laborausrüstung;

e) Maschinen und Instrumente;

f) Werkzeuge;

g) Fahrzeuge (ausschl. solche mit besonderer Verwendung im Rahmen des Projekts);

h) sonstige für das Projekt erforderliche besondere Ausrüstungen.

 

Auszahlung der EU-Mittel

Die Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden nach dem Ist-Kosten-Prinzip erstattet. Das heißt, dass nur tatsächlich angefallene Kosten (eine Ausnahme bilden hier mögliche Pauschalen) nach ihrer erfolgreichen Zertifizierung durch die EU-Finanzkontrollstelle Wien anteilig refundiert werden können.

 

Auszahlungsantrag

Die Höhe der Förderung aus dem EFRE richtet sich nach den tatsächlichen getätigten und zertifizierten Ausgaben. Die EFRE-Quote wird im Fördervertrag festgelegt. Der Leadpartner verpflichtet sich vertraglich (stellvertretend für alle Projektpartner) in vereinbarten regelmäßigen Auszahlungsperioden Auszahlungsanträge an die Verwaltungsbehörde zu stellen. 

 

Begleitausschuss - BA

Der bilateral besetzte Begleitausschuss - bestehend aus Vertretern der betroffenen Regionen, der Ministerien und zahlreicher Interessensvertretungen und NGOs - entscheidet im Konsens über die Projektauswahl und ist als maßgebliches Gremium für die Begleitung und Evaluierung des Programms zuständig. Der BA trifft sich in der Regel zwei bis drei Mal pro Jahr.

 

Begünstigter

Begünstigter ist eine Einrichtung oder Stelle des öffentlichen oder privaten Rechts, die im Rahmen eines INTERREG-Projekts EFRE-Fördermittel erhält und mit der Initiierung und Durchführung von Vorhaben betraut ist.

 

Beihilfe

Staatliche Beihilfe ist eine finanzielle Zuwendung einer nationalen, regionalen oder lokalen Behörde unter Verwendung öffentlicher Mittel, um bestimmte Unternehmen oder Produktionszweige zu begünstigen. Siehe auch De Minimis.


Belegaufstellung

Um Kosten zur Zertifizierung bei der zuständigen Finanzkontrolle (FLC) vorlegen zu können, müssen alle Kosten (Belege) sortiert nach Kostenkategorien in einer vom Programm vorgegebenen Belegsaufstellung aufgelistet werden.


Berichtszeitraum

Berichtszeitraum nennt man jenen Zeitrahmen, in dem Projektausgaben fällig sind, die in dem zugehörigen Finanzbericht dokumentiert werden. Jedes Projekt muss über die Ausgaben in regelmäßigen Abständen berichten um EU-Mittel zu erhalten. Die Berichtszeiträume sind in jedem Projekt definiert und vertraglich festgelegt. 

 

Bescheinigungsbehörde - BB

Die Bescheinigungsbehörde hat die Aufgabe bescheinigte Ausgabenerklärungen und Zahlungsanträge zu erstellen und der EU-Kommission (EK) zu übermitteln. Nach Erhalt der Fördermittel von der EK werden diese von der BB an die LeadPartner/innen ausbezahlt.

 

Budget

Die Projektbudgets sollten vor der Einreichung von der EU-Finanzkontrollstelle auf Förderfähigkeit überprüft werden. Ob die einzelnen Kostenpositionen letztendlich tatsächlich förderfähig sind, ergibt die Prüfung im Zuge der Projektabrechnung.

 

Call - Projektaufruf

In den drei grenzüberschreitenden Programmen mit SK, CZ und HU gibt es das "1-Call-Principle". Das bedeutet, dass zu Beginn der Programme ein Call eröffnet wird und laufend Einreichfristen seitens der Verwaltungsbehörde bekanntgeben werden. Alle Projekte, welche bis zu diesen Stichtag vollständig eingereicht wurden, können in der darauffolgenden Projektauswahl durch den Begleitausschuss berücksichtigt werden.


Dauerhaftigkeit

Das übergeordnete Ziel jedes Projektes ist der Aufbau bzw. die Stärkung einer dauerhaften grenzüberschreitenden Kooperation zwischen den Projektpartnern. Im Projekt werden Maßnahmen umgesetzt, die auch nach Abschluss des Projektes für die relevanten Zielgruppen allgemein verfügbar sind und deren Nutzen im Kontext der grenzüberschreitenden Entwicklung einen sichtbaren und nachhaltigen Effekt darstellt.  


De-minimis-Beihilfen

Beihilfen beziehungsweise Subventionen eines EU-Mitgliedstaates an eine wirtschaftlich tätige Institution bedürfen der Genehmigung durch die Europäische Kommission, wenn sie sich wettbewerbsverzerrend auswirken können. Als De-minimis-Beihilfen gelten Beihilfen, die von einem Mitgliedstaat an ein Unternehmen vergeben werden und deren Betrag als geringfügig anzusehen ist, weil damit vermutet wird, dass eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs nicht stattfindet. Die Summe aller De-minimis-Beihilfen darf während drei Steuerjahren höchstens € 200 000 betragen.

 

Doppelförderung

Eine Doppelförderung bzw. eine Überförderung eines Projektvorhabens ist nicht zulässig. Ausgaben eines Projektes, die bereits durch andere Finanzierungsquellen (z. B. Basisförderung von Vereinen etc.) abgedeckt sind, können nicht noch einmal im Projekt verrechnet werden. Österreichische Projektträgerinnen und Projektträger müssen aus diesem Grund eine Auflistung aller durch Dritte geförderten Projekte (während der Projektlaufzeit) zur Verfügung stellen.


eCohesion

Ein wesentlicher Aspekt der neuen Verordnungen liegt auf dem Thema IT-Systeme und „e-Cohesion“, also auf die weitgehend elektronische Umsetzung der Abwicklung der Strukturfondsförderung. Das betrifft beispielsweise die digitale – online – Einreichung von Unterlagen (im Zuge der Antragsstellung bzw. Projektabrechnung etc.). Die Europäische Kommission plant die verbindliche stufenweise Einführung von IT-Systemen.


Elektronisches Monitoringsystem (eMS)

Die Programme AT-CZ, AT-HU und SK-AT verwenden (neben rd. 30 anderen EU-Programmen) das von INTERACT (siehe dort) programmierte und kostenlos verfügbare eMS. ProjektträgerInnen können damit ihre Unterlagen von der Antragstellung über die Berichterstattung elektronisch eingeben und die Programmverwaltung kann ebenfalls die Kommunikation mit den Projektträgern sowie der EK über das eMS abwickeln.


EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

Dieses Finanzinstrument der EU wird zur Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion der Europäischen Union zum Abbau von Ungleichgewichten zwischen den Regionen Europas eingesetzt. 


Einnahmen

Einnahmen sind alle finanziellen Erträge, die aus der Durchführung der Projektaktivitäten (z.B.: Verkauf von Eintrittskarten, Katalogen, oder Teilnahmegebühren, etc.) entstehen. Die im Rahmen eines Projekts erzielten Einnahmen werden vom Gesamtbetrag der förderfähigen Projektkosten abgezogen. Erst danach wird die Höhe der EFRE Förderung berechnet. Nach Projektende sind lediglich Netto-Einnahmen gegenzurechnen.

 

ESI-Fonds - Europäische Struktur- und Investitionsfonds

Mit diesen Finanzinstrumenten unterstützt die Europäische Union die Stärkung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts zwischen den EU-Mitgliedstaaten (Kohäsion).  
Es gibt folgende fünf ESI-Fonds: den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Kohäsionsfonds (KF), den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Im Rahmen der grenzüberschreitenden INTERREG-Programme kommt der EFRE zum Einsatz.


EU-Strategie für den Donauraum (EUSDR)

Der Donauraum umfasst 115 Millionen Menschen in 14 Staaten vom Donauursprung bis zum Schwarzen Meer. Der großräumige Ansatz soll eine bessere Koordination der relevanten Akteurinnen und Akteure, Programme und Aktivitäten und damit einen Mehrwert für die Entwicklung des Donauraums erzielen. Es geht vor allem um die bessere Ausnutzung der EU-Fördermittel, die diese Länder dabei unterstützen sollen, sich gesellschaftspolitisch, strukturell und wirtschaftlich an die europäischen Standards anzugleichen.