Sedimentforschung an der Donau –

Errichtung eines Wasserbaulabors zur Verbesserung des Gewässermanagements entlang der Donau

SEDDON II und DREAM

SEDDON II ist ein Teilprojekt des programmübergreifend finanzierten Projektvorhabens DREAM (Danube River Research And Management). Dieses gilt als ein Flagship-Projekt der EU-Donauraumstrategie. Herzstück ist neben Forschungsarbeiten die Errichtung eines Wasserbaulabors am Brigittenauer Sporn. Durch die gegebene Wasserspiegeldifferenz kann ein Gerinnedurchfluss bis zu 10 m3/s erzielt werden – ein derart großer Durchfluss ohne Pumpen in einem Modellgerinne ist in Europa einzigartig. Das Wasserbaulabor wird folglich als innovative Forschungsstätte fungieren, auch für internationale Forschungskooperationen. Komplementär dazu werden in grenzüberschreitenden Projekten Forschungsarbeiten durchgeführt. Der Hauptfokus von SEDDON II liegt auf Sedimentmanagement im österreichisch-ungarischen Donauabschnitt.

Weitere DREAM-Teilprojekte: SEDECO (INTERREG V-A AT-CZ), DREAM SK-AT (INTERREG V-A SK-AT), Wasserbaulabor RRMC (IWB EFRE)

Hintergrund des Projekts

Sedimente und Sedimentmanagement sind von großer Bedeutung für das Management von Flüssen und deren Qualität. So treten an der Oberen (AT) und Mittleren Donau (HU) sedimentbezogene Probleme (z.B. Sohleintiefung) auf, welche die ökologischen Bedingungen, Hochwasserschutz, Schifffahrt und Energiewirtschaft beeinflussen. Da Wasser und Sedimente keine Grenzen beachten, braucht es eine grenzüberschreitende Kooperation in den Bereichen Monitoring, numerische und physikalische Modellierung sowie praktische Flussbaumaßnahmen.

Projektinhalt

Das Ziel von SEDDON II ist der Wissenszuwachs und der Wissenstransfer von Forschung zu Gewässermanagement. In diesem Sinn wird das moderne DREAM-Wasserbaulabor mit Standort am Brigittenauer Sporn über das Projekt mitfinanziert. Gleichzeitig erlaubt es Versuche von grundlegenden Prozessen und deren Interaktionen mit Maßnahmen, die den ökologischen Zustand und das Hochwassermanagement verbessern. Im Rahmen des Projekts wird ein gemeinsames österreichisch- ungarisches Monitoring- und Modellierungssystem angewandt und neue Messstationen im ungarischen Abschnitt der Donau errichtet. Während der Projektlaufzeit werden umfassende Modellierungen von Nieder-, Mittel- und Hochwassersituationen durchgeführt. Diese großmaßstäblichen Modellversuche kombiniert mit neuen numerischen Modellen unter Verwendung von Feldmessdaten dienen als Entscheidungsgrundlage für Flussbaumaßnahmen entlang der Donau.

Highlights:

Am 26. Juni 2018 wurde der Spatenstich zur Errichtung des DREAM-Wasserbaulabor unter Beisein von Bürgermeister Michael Ludwig, der Niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und  von Wissenschaftsminister Heinz Faßmann feierlich begangen (Fotos & Programm, Dokumentation auf der BOKU-Webseite)

Eckdaten zum Projekt

Laufzeit 04/2016-12/2020
Förderprogramm Interreg V-A Österreich-Ungarn 2014-2020
Projektbeteiligte

Universität für Bodenkultur Wien (Leadpartner) (AT)

BOKU- Wasserbaulabor Errichtungs- und Betriebs-Gesellschaft m.-b.H. (AT)

Universität für Technologie und Wirtschaft Budapest (HU)

Nord- Transdanubisches Wasserdirektorat (Győr, HU)

Projektbudget der Wiener Organisationen € 9.558.800 (davon EFRE: € 6.500.000)