Entwicklung neuer Modelle, um die Lebensqualität der Menschen beiderseits der Grenze bis ins hohe Alter sicherzustellen

Hintergrund des Projekts

2010 hat die Weltgesundheitsorganisation die Initiative Age-friendly World gegründet. Vision ist die Umgestaltung von Städten und Regionen zu alter(n)sfreundlichen Lebensräumen. Bisherige Bewältigungsformen wie ein verstärktes Engagement von Angehörigen oder ein stärkerer Ausbau von Pflegeheimen sind kaum mehr zur Verbesserung der Situation älterer pflegebedürftiger Menschen geeignet. Viele junge Menschen verlassen ihren Geburtsort und ziehen in Großstädte. Somit haben immer mehr ältere Menschen – besonders im ländlichen Raum – keine Angehörigen, die in der Nähe wohnen und sie langfristig betreuen könnten. Was die Pflege durch Dritte in Pflegeeinrichtungen betrifft, herrscht auf beiden Seiten der Grenze ein akuter Pflegekräftemangel.

Projektinhalt

Das Projekt Age-friendly Region zielte darauf ab, Altwerden in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Dafür galt es, Strategien zur Unterstützung und Versorgung älterer Menschen zu entwickeln und dabei größtmögliche individuelle Autonomie und Lebensqualität zu gewährleisten. Gleichzeitig sollten deren Angehörige entlastet werden. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermöglichte es, Wissen und Erfahrungen beider Länder zu nutzen und darauf aufbauend ein gemeinsame Care und Case Management-Modelle zu erarbeiten. Sechs Case-ManagerInnen erprobten im Rahmen von Pilotprojekten neue individuelle Versorgungskonzepte mit über 200 älteren Personen. Diese Konzepte basieren auf neuen, gemeinsam entwickelten methodischen Ansätzen und vorhandene Ressourcen wurden bestmöglich genutzt und auf die jeweiligen Lebens- und Wohnsituationen abgestimmt. Der gemeinsame wissenschaftliche Partner wertete die Erfahrungen und Wirkungen dieser neuen Dienstleistungen nach wissenschaftlichen Standards au und eröffnete die Möglichkeit, von den Unterschiedlichkeiten beider Länder systematisch zu lernen. 

Highlights

Das Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung war für die wissenschaftliche Begleitung und die Evaluation des Projekts zuständig. Im Rahmen des Projekts hat der Wiener Projektpartner eine quantitative Analyse der pflegebedürftigen Personen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Alter, Pflegestufe und Betreuungsform, in den Regionen Weiz und Hartberg-Fürstenfeld (Österreich) und den drei Komitaten Györ-Moson-Sopron, Vas und Zala durchgeführt. Als nächstes wurden insgesamt zwei ExpertInnenbefragungen durchgeführt. Im ersten Anlauf wurde von den ExpertInnen Wissen zu den Standards für Case und Care Management eingeholt. Die zweite ExpertInnenbefragung diente dazu, Standards und Indikatoren zu Case und Care Management zu entwicklen.

Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde ein regionales Case und Care Management Modell für ältere Menschen am Beispiel der Oststeiermark erstellt.

Der letzte Projektschritt war die Evaluation des Projekts. Die Ergebnisse können in zwei Berichten eingesehen werden: aus der Sicht der AkteurInnen oder der KlientInnen.


Die im Rahmen des Projekts produzierten Newsletter informieren über die Ziele und Fortschritte im Projekt: Newsletter 1, Newsletter 2, Newsletter 3, Newsletter 4 und Newsletter 5.

Dem Projekt wurden auch jeweils ein Artikel in der Kronen Zeitung und ein Artikel in der Kleinen Zeitung gewidmet.

Ein Videobeitrag (auf Ungarisch mit deutschen Unterzeilen) zeigt auf, welche Faktoren für ein glückliches und erfülltes SeniorInnenleben unerlässlich sind.

Zum Anlass des Projektabschlusses wurde ein Film produziert, in dem noch einmal über die Ziele und die Ergebnisse des Projekts berichtet wird.

Eckdaten zum Projekt

Laufzeit

01/2017-12/2019

Förderprogramm

Interreg V-A Österreich-Ungarn 2014-2020

Projektbeteiligte

Chance B – Sozialbetriebs-GmbH (Leadpartner) (AT)

Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung (AT)

United Health and Social Care Győr (HU)

Pálos Károly Social Service Centre and Child Welfare Service (HU)

Care Centre Zalaegerszeg (HU)

Projektbudget der Wiener Organisationen

€ 129.400 davon EFRE: € 110.000

Weitere Informationen zum Projekt

Projektwebsite