Unterstützung von KMUs und insbesondere Start-Ups bei der Entwicklung von Produkten mit einer drahtlosen Funkverbindung

Hintergrund des Projekts

Produkte mit einer drahtlosen Funkverbindung arbeiten typischerweise in unlizensierten Frequenzbereichen des Frequenzspektrums. Eine breite Palette von Anwendungen (z. B. IoT, E-Health, Wearable Devices, Sensornetzwerke, Industrie 4.0, Hausautomation, Smart Meter, Funkidentifikation usw.) arbeiten in diesem Frequenzspektrum. Das Marktvolumen wird im Jahr 2020 voraussichtlich 7 Billionen elektronische Geräte betragen.

Obwohl die Verwendung von lizenzfreien Frequenzbändern kostenlos ist, gelten zahlreiche rechtliche Beschränkungen, um die Koexistenz mit anderen Benutzern des gleichen Frequenzbands und derselben Funkzelle zu ermöglichen. Diese Anforderungen beschränken die Sendeleistung, die belegte Bandbreite, die Art und Weise, wie die Sendeleistung ein- und ausgeschaltet wird und wie die Frequenzbänder zugewiesen werden. Vor Markteinführung muss der Nachweis erbracht werden, dass die Anforderungen erfüllt werden. 

Die Unternehmen stehen daher vor der Herausforderung, HF-Schaltungen zu entwickeln, die mit Frequenzen im GHz-Bereich arbeiten. Das Design von HF-Schaltkreisen im GHz-Bereich unterscheidet sich jedoch stark von klassischen niederfrequenten und digitalen Schaltungsentwürfen: Signale können mit Standardmessgeräten nicht mehr gemessen werden, Bauteiletoleranzen der Komponenten spielen eine bedeutende Rolle und selbst die elektrische Verbindung von Komponenten stellt bei den hohen Betriebsfrequenzen eine Herausforderung dar. 

Sowohl der Schaltungsentwurf als auch die gesetzlichen Regularien erfordern spezielles Know-how und teure Messgeräte. Letztere stellt insbesondere eine große finanzielle Belastung für Start-ups und KMU, bis hin zu einem Markteintrittshemmnis, dar, die sie dazu verpflichten, entweder die Ausrüstung zu mieten oder Dienstleistungen und Know-how von Drittanbietern zu kaufen. Der Kauf aller benötigten Instrumente ist für ein kleines Unternehmen in der Regel viel zu teuer.

Projektinhalt

Das Projekt AMOR adressiert beide Herausforderungen, indem es Weiterbildungsseminare speziell für Start-Ups und KMUs anbietet und als Kernstück des Projekts eine erschwingliche Makromodellierungsplattform für Hochfrequenz--Systeme und -geräte entwickelt. Diese Modellierungsplattform ermöglicht einerseits die Messung wesentlicher HF-Parameter zu einem für Start-Ups finanzierbaren Preis und andererseits die Erstellung mathematischer Modelle, die im Entwicklungsprozess in einer Simulations-Software genutzt werden kann. Um eine kostengünstige Plattform zu ermöglichen wird weitgehend mit handelsüblichen Komponenten gearbeitet.

Highlights

Eckdaten zum Projekt


Laufzeit

11/2019-10/2022

Förderprogramm

Interreg Österreich-Tschechien 2014-2020

Projektbeteiligte

Technische Universität in Brno (CZ) (Leadpartner)

Technische Universität Wien (AT)

FH OÖ Forschungs und Entwicklungs GmbH (AT)

Projektbudget der Wiener Organisationen

€ 939.900 davon EFRE: € 799.000