Förderung von Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in Kindergärten und Volksschulen

Hintergrund des Projekts

Die aktive Förderung von Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt sind seit langem Bestrebungen der europäischen Mehrsprachenpolitik. Die Umsetzung gestaltet sich allerdings schwierig, weil immer noch bestimmte Fremdsprachen wie Englisch und Französisch einen höheren Status haben als die Sprachen der osteuropäischen Nachbarländer. Die Nachbarsprachen werden – wenn überhaupt – in den Schulen nur unzureichend gelehrt, etwa als unverbindliches Freifach. Mehrsprachige Kinder erleben von klein auf eine Defizitzuschreibung in ihrer Sprachentwicklung und verlieren dadurch die Freude am Sprachen lernen. Gleichzeitig fehlt es trotz bestehender mehrsprachiger Gruppen in Kindergärten und Schulen an aktiver Auseinandersetzung mit erfolgreichen Handlungsstrategien  im Umgang mit sprachlicher Heterogenität.

Projektinhalt

Mehrsprachige Bildung soll nicht mehr isoliert bzw. als unverbindliche Übung in der Schule angeboten werden, sondern im pädagogischen Lernsetting von Kindergarten und Schule integriert werden. In diesem Sinne wird ein neues Gesamtkonzept (Methode und Curriculum) für die durchgängige sprachliche Bildung entwickelt und an ausgewählten Kindergärten und Pilotschulen erprobt. SprachförderassistentInnen sind täglich vier Stunden bei den Kindern und tragen dazu bei, dass diese die Sprachen auch aktiv nutzen. Eigene MehrsprachigkeitsexpertInnen unterstützen mit ihrem Spezialwissen die SprachförderassistentInnen in ihrer pädagogischen Arbeit. Geeignete Arbeitsmethodiken und – materialien werden erstellt und Weiterbildungsmaßnahmen für PädagogInnen entwickelt. Eine bilaterale Wissensplattform soll zum besseren Austausch von neuen innovativen Methoden und Materialien dienen.

Aufgrund der immensen Bedeutung des Themas Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt für die Grenzregionen Österreichs und ihrer osteuropäischen Nachbarstaaten gibt es dieses Projekt zwischen Österreich und Tschechien und Österreich und Ungarn. Die gleiche Kooperation wird auch zwischen Österreich und der Slowakei angestrebt.

Mit diesen Projekten wird die Erhöhung der Akzeptanz und Selbstverständlichkeit der Nachbarsprachen und die Mehrsprachigkeit im alltäglichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben angestrebt.

Hightlights:

"Türkisch sprechen statt verstummen": Mehrsprachigkeit & Sprachförderung im Kindergarten. Artikel über BIG im Standard vom 22.11.2017 (eVersion des Print-Artikels verfügbar hier)

Eckdaten zum Projekt

Laufzeit

02/2016-10/2019 (AT-HU)

03/2016-10/2019 (AT-CZ)

Förderprogramm

Interreg V-A Österreich-Ungarn 2014-2020

Interreg V-A Österreich-Tschechische Republik 2014-2020

Projektbeteiligte

Amt der NÖ Landesregierung (LP) (AT)

Stadtschulrat für Wien Europa Büro (AT) Österreichische Kinderfreunde-Landesorganisation Wien (AT)

Amt der OÖ Landesregierung, Direktion Bildung und Gesellschaft (AT, nur im Projekt AT-CZ beteiligt)

Land Burgenland (AT, nur im Projekt AT-HU beteiligt)

Westpannon GmbH (Szombathely ,HU)

Westungarische Universität Sopron (HU)

Zvas Einrichtung für die LehrerInnenausbildung und Servicezentrum für Schulen in České Budějovice (CZ)

Zvas Einrichtung für die LehrerInnenausbildung und Servicezentrum für Schulen in Brno (CZ)

Projektbudget der Wiener Organisationen

€ 1.237.300 davon EFRE: € 1.051.700 (AT-CZ)

€ 1.230.800 davon EFRE: € 1.046.200 (AT-HU)